Michaela Röhrbein ist die Neue für den Breitensport

DOSB verpflichtet Turn-Generalsekretärin auf vakante Vorstandsstelle

Berlin, 18. Februar. Die Stelle des Vorstandes Sportentwicklung im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ist seit Donnerstag wieder besetzt: Das DOSB-Präsidium engagierte Michaela Röhrbein, bisher Generalsekretärin des Deutschen Turner-Bundes (DTB) für den vakanten Posten.

Eine Überraschung ist es nicht: Schon lange wurde die 47-jährige Michaela Röhrbein für das Vorstands-Amt gehandelt. Und galt eigentlich – trotz Ausschreibung – als sichere Besetzung. Seit 30. November 2020 war das Amt vakant, nachdem der Vertrag von Karin Fehres, seit 2006 als Direktorin und später als Vorstand für Sportentwicklung zuständig, überraschend nicht verlängert worden war. Zwischenzeitlich hatte die damalige Vorstandsvorsitzende Veronika Rücker die Sportentwicklung mit verwaltet. Das verärgerte vor allem die Landessportbünde, die damit den Stellenwert des Breitensports im DOSB weiter abgewertet sahen.

Steil nach oben

Michaela Röhrbein hat sich in vielen Sportbereichen eingebracht. Aktuell setzte sie sich für eine gewaltfreie Kultur im (Spitzen-) Turnen ein, ist aber auch in Frauenfragen und Bildungsmanagement engagiert. Ihre berufliche Karriere im Sport ging steil nach oben – trotz kleinerer Rückschläge.

2016 trat sie beim DTB, dem zweitgrößten Sportverband nach dem Deutschen Fußballbund, als Nachfolgerin von Hans-Peter Wullenweber die Stelle als Generalsekretärin an. 2005 hatte die Hannoveranerin an der Gottfried Wilhelm Leibniz-Universität als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Hochschulsport begonnen und wurde 2009 dessen Leiterin, bevor sie dann nach sieben Jahren zum DTB wechselte, wo der damalige Präsident Rainer Brechtken die Verpflichtung so zusammenfasste: „Wir freuen uns, dass wir mit Frau Röhrbein eine kompetente Persönlichkeit für diese verantwortungsvolle Position gefunden haben, und es freut uns ganz besonders, dass der DTB nunmehr eine Frau an der Spitze des Hauptamtes im Verband weiß.“

Frauen-Vizepräsidentin

2014 hatte die Sportwissenschaftlerin schon einmal versucht, im DOSB auf einem Stuhl Platz zu nehmen: Sie kandidierte um das Amt der DOSB-Vizepräsidentin Frauen. Damals musste sie sich der Leipzigerin Petra Tzschoppe geschlagen geben, die die Nachfolge der ehemaligen nordrhein-westfälischen SPD-Ministerin für Frauen und Gleichstellung, Ilse Ridder-Melchers, antrat. Die Coesfelderin war acht Jahre lang Vizepräsidentin im DOSB.

In vielen Gremien ist die bisherige Turn-Generalsekretärin Röhrbein tätig. So sitzt sie im Vorstand der Kinderturn-Stiftung, deren Vorstandsvorsitzende die DOSB-Vizepräsidentin Kerstin Holze ist. Seit 2021 gehört Michaela Röhrbein auch dem Expertenrat Sportmanagement der Europäischen Fachhochschule an. Und sie ist u.a. Mentorin des DOSB-Mentoring-Programms „Mit dem gemischten Doppel an die Spitze“.

Auf die neue Verantwortliche in Sachen Sportentwicklung wartet viel Arbeit – sie wird sich nicht nur mit den Folgen von Corona auseinandersetzen, sondern auch dem Breitensport insgesamt wieder zu seiner angemessenen Rolle und Gehör in der Gesellschaft verhelfen müssen.