Kein sportpolitischer Überblick mehr

Wegen Personalmangel: Bisp stellt Newsletter „Sport in Politik und Gesellschaft“ ein

Berlin, 28. September. „Schade – Was ein Mist – Gerade jetzt, wo man den Überblick behalten muss.“ Einige Reaktionen von KollegInnen und Menschen aus dem Sport, die nun zur Kenntnis nehmen müssen, dass es ab 1. Oktober 2026 den aktuellen Newsletter „Sport in Politik und Gesellschaft“ des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp) nicht mehr geben wird. Am Mittwoch, den 30 September kann der geneigte Leser ihn das letzte Mal anklicken.

Der kostenfreie Newsletter, der 2014 zum ersten Mal erschien und mittlerweile 1300 Abos vorweisen kann, wurde von seiner Leserschaft aus Politik, Verwaltung, Sportverbänden, Sportpraxis sowie Wirtschaft und Medien sehr gschätzt. Besonders JournalistInnen sahen den Newsletter als ein informatives Medium, das auch ein Meinungsbild zum Sport in Deutschland aus allen Blickrichtungen vermittelte – und zu weiteren Debatten und dem Aufgreifen von Themen animierte.

Beiträge der gedruckten Presse wie auch kleinen Online-Formaten und Sportnischen, Radio, Fernsehen fanden eben so ihren Platz wie wissenschaftliche Essays oder Beiträge von BloggerInnen. Und: Der Newsletter zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass er auch kritische Stimmen einen Platz gab, und nicht wie ähnliche Produkte, nur das veröffentlichte,was die eigene Linie unterstützte.

Pünktlich jeden Morgen, blinkte also auf dem Schirm der BISp-Newsletter, dem die Leser und eine wachsende Abonnentenzahl schon in einer Evaluation 2016 ein Qualitätssiegel für Inhalt und Zuverlässigkeit verpassten. Besonders gefragt bei der Klientel sind Sport und Politik an erster Stelle, gefolgt von Sportförderung und Sportgroßveranstaltungen.

Ausgerechnet in Zeiten, wo auch die Sportpolitik im Fokus steht – siehe die Olympiabewerbung, die Spitzensportförderung, das neuinstallierte Ministerium für Sport und Ehrenamt –, wird nun eine weitere informative Quelle stillgelegt. Das „Aus“ ist schwer zu verstehen, zumal den Newsletter viele als positives Aushängeschild und Werbung für das BISp sehen und sahen. Die Begründung für die Einstellung: Mangel an personellen Ressourcen. Nimmt man dann so zur Kenntnis.

Für 12 Jahre umfangreiche, vielfältige, spannende und vor allem tägliche Morgenlektüre von Montag bis Freitag, gilt es der BISp-Newsletter-Redaktion zu danken, allen voran Robin Streppelhoff, der immer ansprechbar und hilfsbereit bei Fragen war. Der morgendliche Blick auf die sportpolitische Lage wird manchem beim Frühstück fehlen.